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Donnerstag, 9. August 2007

Small Blind Play Late Levels

Folgende Situation:
Du bist Small Blind,hast 2700 an Chips und die Blinds sind bei 200/400.
Du hast KQo.
Viele Spieler würden jetzt All-In gehen. Es ist allerdings ein sehr fahrlässiger Move, denn dein Gegner, vor allem wenn er Small Stack ist, wird wohl wahrscheinlch mit jedem Ass mitgehen und deshalb bist du mit KQ ein Underdog !

Ein Call ist korrekt, du verlierst unter Umständen nur 200, wenn dein Gegner All-in geht. Ein Minimum Raise ist die bessere Lösung.

Manchmal ist es auch einfach verführerisch mit einer Medium Hand , durch ein All-In, den Blind zu stehlen. Auch das ist ein Fehler, denn die Denkweise, "Der kann keine Hand haben!", entspricht nicht immer der Realität !

Also, spielt lieber ein Minimum-Raise an, wenn ihr den Blind mit einer Medium Hand stehlen wollt, dein Gegner wird mit einem kleinen Ass folden oder evtl. nur callen.
Bei einem All-In Push bist du nicht unbedingt Stack-Committed und kannst die Hand auch noch aufgeben !

Poker Tells und Strategy (Video)

Hier ein paar Tipps über Poker-Tells (sehr gute Profi´s):

Montag, 6. August 2007

Kleine und Medium Paare in Turnieren


Wer kennt das unangenehme Gefühl nicht, wenn mann 22 oder 33 ausgeteilt bekommt.
Man denkt sich doch: "Wenn ich den Drilling nicht floppe, dann kann ich die Hand im Prinzip vergessen !"

Diese Denkweise ist richtig.
Deshalb oberstes Gebot: "Möglichst billig an einen Flop rankommen!"...Wenn am Flop Overcards kommen, dann kann man die Hand direkt durch einen check/Fold aufgeben. Kommen allerdings keine Overcards und du triffst deinen Drilling nicht, dann kannst du auch eine Minimum-Info-Bet machen und evtl. die Hand direkt gewinnen. Bei einem call ist Vorsicht geboten und bei einem Raise musst du die Hand ebenfalls aufgeben.

Sind die Blinds schon relativ hoch und du bist in früher Position, dann würde ich die kleinen Paare ,wie 22-44, schon vor dem Flop wegwerfen.

Wie sieht es mit 10/10 oder 9/9 aus. In diesen Fällen würde ich dir einen Minimum-Raise empfehlen. Du willst schließlich keinen Monster-Pott mit einem Medium-Paar als Starthand aufbauen, da diese Hände eben sehr verletzlich sein können, wenn am Flop Overcards liegen ! Machst du einen Minimum-Raise, dann bist du somit auch weniger Pott-Committed, als wenn du einen dreifachen oder gar vierfachen Blind Raise anspielst !

Diese hohen Raises kannst du dir ja für JJ - AA aufheben, wenn du eben die kleinen Asse (A4 oder A6) vertreiben willst bzw. musst !

Also, viel Spass mit euren kleinen Paaren + auf das ihr das ein oder andere Set trifft ;)

p.s.: Dieser Artikel bezieht sich auf BigStack-Strategy. Ist vollkommen klar, wenn man small-stacked mit 88 Preflop Allin geht !!

Mittwoch, 25. Juli 2007

Odds and Outs

Es gibt beim No Limit Holdem Poker auch noch eine mathematische Herangehensweise, die sogenannten Odds and Outs.

1. Outs:
Outs sind die Karten, die einem zur Siegerhand verhelfen. Zur einfachen Erklärung benutze ich das Beispiel eines Flush Draws.
Hat man zwei Herz auf der Hand und am Flop liegen ebenfalls zwei Herzkarten, dann hat man genau 9 Outs, nämlich 9 weitere Herzkarten.
Du selbst siehst zu diesem Zeitpunkt 5 Karten, es sind also noch 47 Karten, die du nicht kennst. Durch den mathematischen Dreisatz liegt die Wahrscheinlichkeit, also bei 20 %, da du aber noch den River als Hoffnung hast, erhöht sich die Wahrscheinlichkeiat also auf 40 %.
Kommt am Turn dein Flush nicht, dann musst du die Rechnung anpassen und hast eben am Turn nur noch eine 20-prozentige Chance auf den Flush.

2. Odds:
Die Odds sind jetzt ein sehr hilfreiches Instrument für die Entscheidungsfindung. Die Odds sind das Gewinn-Investitionsverhältnis in Bezug auf die oben beschriebenen Outs. Aber hier wieder ein Beispiel:
Du bist am Flop auf einem Flush Draw. Der Pott ist bei 1600, dein Gegenüber setzt 400.
Du musst also 400 bringen, um an den Gesamtpott von 1600 zu kommen. Du bekommst ein Verhältnis von 4 zu 1 !
Für jeden Draw gibt es dann eben solche Odds-Richtwerte:
- Flush Draw am Flop = 4 zu 1
- Flush Draw am Turn = 3 zu 1
- Open Ended Straight Draw = 4,5 zu 1

Hier noch die Outs-Anzahl und die dazugehörigen Odds:
- 8 Outs = 4,5 zu 1
- 9 Outs = 4 zu 1
- 10 Outs = 3,5 zu 1
- 11 Outs = 3 zu 1
- 12 Outs = 2,7 zu 1
- 13 Outs = 2,4 zu 1
- 14 Outs = 2,1 zu 1
´
Wenn du denkst, dass jemand blufft. Einfach auf Grund seiner unlogischen Setzweise, dann lass ebenfalls die Odds entscheiden. In so einem Fall brauchst du dann 1 zu 3.
Das ist auch der Grund, warum man Bluffs teuer machen sollte !!

3. Implied Odds:
Die Implied Odds sind eine kleine Verfeinerung der Odds.
Die Implied Odds beziehen noch die wahrscheinlichen Bets zu späteren Wettrunden mit ein.

Hier ein Beispiel:Du hast am Flop einen Flush-Draw, der Pott ist bei 1600, dein Gegner setzt 800, jetzt ist der Pott bei 2400. Du bekommst also nur 3 zu 1, statt 4 zu 1.
Wenn du jetzt aber davon ausgehst, dass du deinen Flush triffst, dann wirst du sicherlich auch eine Value Bet machen. Nach der Implied Odds Theorie fügt man nun genau diese Bet dem Pott dazu. Also, in unserem Beispiel, kann man ca. eine 800 Bet dem Pott dazurechnen: der Pott ist also auf 3200 und du musst 800 bringen, hast also wieder die nötigen Odds, nämlich 4 zu 1 !

Dienstag, 24. Juli 2007

Observe the Table


"Mist, schon wieder 74o ausgeteilt bekommen. Das macht so langsam keinen Spass mehr !"

Wer kennt diesen Gedanken nicht ! Dein Fold bedeutet allerdings ganz und gar nicht, dass du nicht mehr am Spiel beteiligt bist. Im Gegenteil: Du hast nun die Möglichkeit deine Gegner zu beobachten und wenn es zu einem Showdown kommt, dann erhältst du auch Info, wie ein Gegner seine Hände spielt ("Wie spielt er einen Flush Draw, oder Top Pair mit Top Kicker usw....") !

Das Folgende Beispiel gilt wohl eher für größere Turniere, aber du kannst die Prinzipien natürlich auch im Home-Game anwenden.

=> Wenn du ein größeres Turnier spielst, dann versuche dich am Anfang auf deine zwei Tischnachbarn zu konzentrieren. Alle kann man einfach nicht beobachten und man kann sich vor allem nicht alles merken. Im späteren Verlauf kannst du dann, deine zwei nächsten Nachbarn beobachten. Jetzt bist du also schon bei vieren und hast dir einen Überblick über die Hälfte des Tisches verschafft.
Was soll ich denn jetzt genau beobachten ?

1. Wie viele Hände spielen meine Gegner ?
Indem du die Anzahl der Hände zählst, die deine Gegner spielen, bekommst du Information über die Stärker ihrer Starthände. Spielen Sie z.B. nur 1-2 Hände pro Runde, dann sind sie eher "konservativ". Spielen sie dagegen 4 oder mehr Hände, dann pflegen sie wahrscheinlich einen aggressiveren Stil.

2. Welche Hände zeigen sie ?
Ein sogenannter Showdown ist eine Goldmine an Information. Du siehst nicht nur die gespielten Hände, sondern du kannst auch sehr gut nachvollziehen, wie sich die Spieler verhalten haben. Haben sie vor dem Flop erhöht ? Wieviel haben sie erhöht ? Wie stark war ihre Hand am Flop und was haben sie gemacht ? Hatten sie ein Monster und haben es langsam angespielt oder sind sie mit einer Medium Hand "dick" rangegangen ?
Du siehst je mehr Information du behalten kannst, desto besser !

3. Sind sie Caller oder Raiser ?
Spielen sie einen Pott mit einem Raise an oder tendieren sie ihre guten Hände nur zu callen ?
Ein Spieler der allerdings sehr oft callt, hat in den meisten Fällen auch keine gute Hand. Ein Spieler der viel erhöht, kann stark sein. Macht er es zu oft, wirds für ihn wohl gefährlich.

4. Wie verhalten sie sich bei einem Re-Raise ?
Kann jemand bei einem Re-Raise eine Hand aufgeben oder kämpft er weiter um den Pott ?
Diese Information ist sehr wichtig für dich ! Wenn er einen Pott aufgeben kann, dann kannst du auch mal leicht gegen ihn bluffen und wenn er einen Pott nicht aufgeben kann, dann kannst du ihn mit einem guten Blatt wahrscheinlich vom Tisch nehmen.

All diese Infos gibts am Tisch ! Und sie sind umsonst !
Also, wenn du foldest, dann reg dich nicht über dein Starthandpech auf, sondern beobachte deine Gegner: Ihr Betting, ihre Kommentare und ihre Körpersprache !

Montag, 23. Juli 2007

Inflection Points - Wendepunkte


Das Problem der Inflection Points:
Dieses Problem im Poker, kann man auch mit einem Basketballspiel vergleichen. Liegt eine Mannschaft im 3.Viertel, mit 6 Punkten zurück, dann hat der Trainer noch genug Zeit ein paar Spielsysteme zu laufen und die Defense umzustellen. Liegt die Mannschaft im 4.Viertel, mit 2 Punkten zurück und das Spiel geht nur noch 3 Sekunden, dann hat der Trainer nicht mehr viel Optionen ! Ein 3 Punkte-Wurferfolg muss her !

Ähnlich ist es beim Pokern auch, wenn die Blinds ziemlich hoch sind und man selbst keinen so großen Chip-Stapel mehr hat. Man ist gezwungen etwas zu unternehmen und man muss auch in den Meisten Fällen etwas wagen !

Der sogenannte CPR (Cost per Round oder auch "M") spielt dabei eine wichtige Rolle, da du dadurch erfährst, wieviele Runden du noch hast, um eben einen Wendepunkt, sprich ein All-In Sieg, zu erzielen.

Bei den späten Levels ist vielleicht nur der Chip-Leader in der Grünen Zone, vielleicht einer noch in der gelben Zone. Alle anderen befinden sich meistens in der roten CPR Zone. Deshalb ist es zu diesem Zeitpunkt des Turnieres auch sehr beliebt, die relativ hohen Blinds durch Preflop-All In´s zu stehlen.

Hier ein paar Beispiele:

a. Chip Leader (M bei 20):
Du kannst es dir erlauben nicht mit jeder Medium Hand All-In zu gehen oder ein All-In zu callen, da dein Stack noch ziemlich gut besetzt ist.

b. Middle Stack (M bei 10-20):
Du musst nicht unbedingt mit jedem kleinen Ass oder kleinen Paar All-In gehen. Du hast noch genug Chips, um Preflop einen 3-fachen BB Raise anzuspielen. Wenn dann jemand All-In geht, kannst du im Prinzip immer noch folden, allerdings befindest du dich dann erst recht in der roten Zone.

c. Small Stack (M bei 1-10):
Dein Ziel ist es, mit jedem Paar und höheren Ass entweder die Blinds zu stehlen oder durch ein Call deinen Stack zu verdoppeln !

Montag, 16. Juli 2007

The Power Re-Raise

Der Power-Re-Raise ist ein sehr starker "Pre-Flop Move" !
Das Prinzip ist ganz einfach. Einfach überhöht raisen. Wenn jemand auf den 3-fachen Blind erhöht, dann einfach auf den 7- bis 8-fachen Blind erhöhen ! Ist natürlich aber sehr schwer zu spielen, keine Frage !
Dabei kommt es in den meisten Fällen fast nicht mehr auf die Karten an, weil die Chips einfach eine zu große Macht haben.

Hier ein Beispiel vom aggressiven, aber sehr starken Phil Ivey:




Einfach genial der Kerl: durch seinen RE-Raise, vertreibt er genau den richtigen Spieler.
Sein Ziel, nur gegen einen zu spielen, hat er erreicht, denn er weiss genau, dass ein Bluff nur im Eins gegen Eins erfolgreich sein kann !

Show your Cards !?



Beim Pokern ist die Information über die Spielweise deines Gegners, fast das Wichtigste. Kommt es zu einem Showdown, sieht man die Hände der beteiligten Spieler und kann genau rekapitulieren, wie derjenige seine Hand gespielt hat und weiß unter Umständen, wie er eine Hand bewertet und angeht.

Auf Grund dieser Tatsache, solltest du, wenn du nicht durch einen Showdown dazu gezwungen wirst, deine Hände zu 90 % nicht zeigen.

Warum ? Du würdest dadurch eine Fülle von Informationen an deine Gegner weitergeben.

In manchen Situationen kann man aber einfach nicht anders. Hat man zum Beispiel den Vierling oder das Full House mit den Assen, dann will man so eine Hand doch mit den anderen Teilen, oder nicht ?!? Zeigst du deinem Gegner aber solch ein Monster, dann macht es ihn nur noch stärker, denn er sagt sich: „Ich hab einen starken Laydown gemacht !“. Warum willst du also deinen Gegner stärker machen ? Wenn er dein Monster nicht sieht, dann ärgert er sich evtl., dass er eine mögliche Winner-Hand weggeworfen hat und das beeinflusst sein Spiel, wenn auch unterbewusst, negativ.


Jetzt aber zu den 10 % der Fälle, in denen du deine Karten zeigen solltest:

a. Stone-Cold Bluff:
Ist der Pott ziemlich groß und du hast gerade einen eiskalten Bluff durchgezogen, dann kann das Zeigen deiner Karten, deinen Gegner so richtig auf die Palme bringen und er wird sich eventuell noch einige Hände innerlich über deinen Bluff aufregen. Er selbst ärgert sich, dass er die bessere Hand hatte und weint dem Pott eben hinterher und genau das bringt ihn dazu, eventuell irrationale Entscheidungen zu treffen. Und wenn du später ein Monster hast und ähnlich den Pott überbietest, werden die anderen am Tisch vielleicht denken, dass du wieder bluffst !

b. Steal Raise, Late Level:
Wenn du bei den späteren Levels oft die Blinds stiehlst, weil du einfach Big Stack bist, dann würde ich auch mal eine Hand, wie AK, zeigen, damit die anderen eben nicht allzu misstrauisch werden und du weiter deine weniger starken Steal-Raises, wie z.B. K8s, ungestraft durchziehen kannst !

c. Starker Laydown:
Ebenso wie ein gut gespielter Bluff, kann auch ein starker Laydown deinen Gegner beeinflussen. Sagen wir mal du wirfst zwei Könige weg, nachdem du Preflop stark geraist hast ,das A am Flop gekommen ist und dein Gegner aus früher Position mit "AJ" All- in geht. Wenn du nach einigem Überlegen wegwirfst und die zwei cowboys zeigst, dann sieht dein Gegner, dass du ein halbwegs guter Spieler bist und wird sich auch insgeheim über den entgangenen "Double-Up" ärgern. Du kannst ihm auch bevor du foldest, nur um seine Reaktion zu sehen, deine Karten zeigen: Reagiert er verwundert oder zeigt er durch seinen Gesichtsausdruck Schwäche oder gar Angst, dann kannst du sogar callen !!!

d. Nur eine deiner Karten zeigen:
Dieser Move kann deinen Gegner auch sehr verwirren. Nehmen wir mal an, du klaust die BLinds mit einem 3-fachen Blindraise und du hast 87s. Wenn du jetzt nur die 8 zeigst, dann verwirrst du deinen Gegner so richtig ! Er wird sich ein paar Sekunden mit deiner Hand beschäftigen und dich entweder auf A8s oder 88 einschätzen.


Also, überleg es dir genau, wann du deine Karten freiwillig preisgeben willst !

Sonntag, 15. Juli 2007

Tony G

Tony Guoga aka Tony G: Australischer Pokerspieler
Style: kreativ, also tight und auch loose-aggressive.

Ruf: Bad Boy.
Er macht seine Gegner immer verbal nieder, wenn er aber eine Hand verliert, dann wird er zum fairen Sportsmann.
Aber seht selbst, wie fies er sein kann....



Er übertreibt es schon ein wenig, aber die Profis kennen ihn schon lange und nehmen es ihm auch nicht übel,...denk ich !?
Die Kommentare der Moderatoren sind auch klasse: "Tony G could singlehandedly reignite the Cold War !" :)

"I´m All-In !"


" I´m All-in !"
- Phil Ivey


Wer kennt die Auswirkungen dieses Satzes nicht ? Für Zuschauer ist das der aufregendste Moment. Aber natürlich auch für die Akteure, denn meistens ist das die schwierigste Entscheidung, die sie in einer Session treffen müssen. Denn alle Chips stehen schließlich auf dem Spiel.

Hier ein paar Regeln, wann ihr All-In gehen solltet und wann ihr gegen ein All-In folden solltet:


1. No All-In on a bluff from early Position and on early street:
Geh nie mit einem kompletten Bluff aus früher Position All-In. Dein Ziel beim Bluffen ist es herauszufinden, ob dein Gegner auch wirklich eine Hand hat. Also, einfach mal den Flop setzen und wenn dein Gegner nur callt und evtl. Schwäche signalisiert, dann kannst du immer noch am Turn oder eben erst am River deinen Bluff durchziehen. Wenn du am Flop schon All-In gehst, dann kann es auch sein, dass jemand mit einem Draw mitgeht und er sogar noch wegen seiner Hi-Card vorne liegt.

2. No Preflop-All-In early level:
Das sind die Situationen, in denen die Meisten Spieler vom Tisch genommen werden, da beide sich schon vor dem Flop entscheiden, die Hand bis zum River durchlaufen zu lassen.
Ich würde solche Preflop- All in´s, vor allem bei den frühen Levels, meiden.
Hier mal ein Beispiel:
Du hast QQ. Jemand geht All-In. Folgende Hände dominierst du: alle Paare unter den Ladies. Bei vielen anderen Händen , ist es fast ein Münzwurf ! Gegen AK z.B. Der Call ist bestimmt kein Fehler, aber wenn jemand bei den frühen Levels All-In geht, dann hat derjenige bestimmt auch eine MonsterHand, wie z.B.: KK oder AA.
In späteren Levels, wenn die Blinds schon bei 200/400 sind, ist es allerdings ein automatischer Call, da die Meisten schon mit jedem Ass oder kleinen Paar die Blinds stehlen wollen.
Beim Preflop-AllIn, kann man den Gegner eben nicht mehr ausspielen,da er auf jeden Fall den River zu sehen bekommt !

3. No All-in on Dealer Button after everyone checked:
Dieser Move ist auch verführerisch, aber Achtung, ein Check bedeutet nicht immer Schwäche ! Vielleicht wollte ja jemand auch ein Check-Raise spielen. Wenn du jetzt All-in gehst, dann kann es gut sein, dass dich jemand von den "Checkern" callt !

4.Don´t call on a draw or medium Hand:
Du sollest, wenn du auf einem Flush draw sitzt, sehr diszipliniert sein und immer über die Odds gehen. Wenn jemand All-In geht und du auf einem Draw bist, dann verführt das schon, aber in den meisten Fällen hast du die Odds , nämlich 4 zu 1 , eben nicht.
Auch wenn, zum Beispiel Flush- oder Strassengefahr auf dem Board gegeben ist, dann solltes du dein Top-Pair, Top-Kicker , auch mal wegwerfen !!!
Auch wenn du das A getroffen hast, aber einen bescheidenen Kicker hast, dann solltest du auch das wegwerfen !

5. All-In on a Monster after constant calls or a raise from an opponent !
Nehmen wir mal an du hältst 22 und dein Gegner AK. Der Flop kommt:
A-K-2 ....wenn du jetzt ein bisschen setzt, dann raist dich dein Gegner bestimmt. Dann nur callen und am Turn All-In gehen. Dein Gegner kann in dieser Situation nicht wegwerfen, ihr werdet sehen.

6. Late Level All in´s:
In den späten Levels, wenn die Blinds hoch sind, dann lohnt es sich auch diese durch entsprechende All-ins zu stehlen. Natürlich spielt dein CPR auch eine große Rolle. Aber generelle Regel: ab jedem kleineren Paar und ab einem größeren Ass, sagen wir mal ab A8: "I´m All in!"

Ihr seht, dass der All-In Move ziemlich vielseitig angewendet werden kann, viele Spieler wenden ihn allerdings zu oft und zu exzessiv an !

Freitag, 13. Juli 2007

Chip Stack und CPR ("M") Strategy


Bei einem Turnier solltest du immer auf die Größe deines Chip-Stacks achten, denn er ist die Grundlage für deine Strategy.

Die Fachliteratur teilt den Stack meistens in drei Zonen ein:

Die Grüne , gelbe und rote Zone.

Dabei spielt der sogenannte CPR(Cost per Round oder "M") eine große Rolle. Er berechnet sich, indem du deinen Stack durch die Summe der Blinds teilst.

So berechnen sich die Zonen:

1. Grüne Zone:
Wenn man in der Grünen Zone ist, dann hat man einen CPR von 20-30. CPR bedeutet Cost per Round. Dan Harrington nennt diesen Faktor auch einfach nur ´M´.
Wenn du also einen 3000 Stack hast und die Blinds sind bei 20/40. Dann hast du einen M von 50, bist also weit in der Grünen Zone.
Die Rechnung (3000/60 = 50).
Die Strategy in der Grünen Zone ist relativ frei. Du kannst dir im Prinzip alle Moves erlauben, solltest aber all-ins nicht allzu freizügig callen,da du, durch nur eine verlorene Hand , womöglich in die gelbe oder gar rote Zone abrutschen kannst !
Du solltest ,vor allem vor dem Flop, versuchen aggressiv zu sein und dir somit die blinds stehlen.

2. Gelbe Zone:
Dein CPR liegt zwischen 10 und 20. In dieser Zone, solltest du etwas tighter spielen und solltest weniger Moves machen ! Blinds stehlen wird auch eher schwierirg, da ein Big Stack dich evtl callt !

3. Rote Zone:
Wenn du in der roten Zone bist, dann bist du im 1-10 CPR Bereich und meistens Small Stack. In dieser Zone ist dein Ziel, durch das sogenannte Pre-Flop All-In, zu verdoppeln.
Ich würde dir raten, ab jedem Paar und jedem höheren Ass (ab A10), All-In zu gehen. Natürlich muss man die Action vor dem Flop noch beachten, wenn jemand z.B. auf den 3 fachen Blind erhöhrt, dann wirds z.B.kritisch !!

Jetzt könnt ihr auch eure Gegner einschätzen, in welcher Zone sie sich befinden und wie verzweifelt sie ggf. sind !!!

Also, versucht mal, wenn ihr ein Turnier spielt, euren Stack einer Zone zuzuordnen. Viel Spass !

Mittwoch, 11. Juli 2007

Der Bluff – wichtiger Bestandteil des Spiels


„Manchmal kann Nichts, eine sehr gute Hand sein !“
- Robert Marinelli

Es gibt beim Pokern nichts Aufregenderes als einen eiskalten Bluff durchzuziehen, also jemanden, der die Gewinnerhand hat, durch eine überhöhte Bet zu vertreiben. Man selbst weiß genau: „Wenn er jetzt mitgeht, dann bin ich so gut wie weg !“.

Bluffs sind meistens sehr rentabel, da man sich dadurch oft einen sehr großen Pott „kaufen“ kann. Deshalb solltest du diesen starken Spielzug in dein Arsenal aufnehmen. Allerdings solltest du es natürlich nicht übertreiben. Es gehört aber auf jeden Fall jede Menge Mut dazu, solch einen Bluff zu spielen und eben auch durchzuziehen. Wenn man allerdings vom Tisch genommen wird, darf man sich auch nicht beschweren.

Wie sagt Phil Ivey so schön: „That´s Tournament Poker !“

Hier ein paar Regeln, wann man bluffen soll und wann nicht:

1. Bluffe nicht,

a. Gegen schlechte Spieler, die sich keine Gedanken über die Hände ihrer Gegner machen, sondern eben nur ihre eigenen Karten spielen. Solche Spieler kann man mit einem Flush-Bluff nicht vertreiben, da sie sich eben keine großen Gedanken machen.

b. mit Mini-Bets.Einen Bluff muss man teuer gestalten, dass der Gegner eben eine harte Entscheidung treffen muss. Das ist natürlich auch die Kehrseite des Bluffens: Wenn man gecallt wird, dann hat man unter Umstände all seine Chips verloren.

c. Gegen mehrere Spieler.Am besten ist es, wenn du nur gegen einen Spieler bluffst, denn die Wahrscheinlichkeit, dass dich jemand auf einen Bluff setzt oder einfach die bessere Hand hat, ist groß, wenn mehrere Spieler in der Hand sind.

d. An einem Loose Table an dem du merkst, dass die Leute fast alles mitgehen.

e. zu oft !


2. Bluffe

a. Wenn es das Board erlaubt. Wenn z.B. eine Flush, Strasse- oder FullHousemöglichkeit gegeben ist.

b. Nur gegen gute oder tighte Spieler. Wenn du weißt, dass jemand eine „Calling Station“ ist, dann würde ich vorsichtig sein. Wenn du aber merkst, dass jemand bereit ist auch mal eine gute Hand loszulassen, dann kannst du so einen Move durchaus machen.

c. Mindestens einmal pro Session im Low-Limit Bereich. Will heissen, dass du den Pott bewusst klein hältst und du dich beim Bluffen erwischen lässt !
Das bringt dir folgende Vorteile: Erstens verlierst du ja nicht einen spielentscheidenden Pott und zweitens werden deine Mitspieler misstrauisch, da sie ja sehen, dass du nicht nur gute Karten spielst und auch mal bluffst. So eine bewusst verlorene Hand, kann dir im späteren Turnierverlauf dann einen Riesenpott bringen, da dein Gegner ja unter Umständen denkt: „Der blufft doch nur !“

3. Typische Bluffs, die dein Gegner spielt:

- Steal Raise am Button, wenn alle davor gefoldet haben. Der Gedanke ist: „Es kommen nur noch zwei Spieler hinter mir und ich bin nach dem Flop in Position!“
- Bluff in Position: Alle checken. Button, der als letzter dran ist, überbietet den Pott. Spielbar, aber bei einem Call, musst du die Hand aufgeben.
- Unlogische All-In´s. Manchmal erscheint es einem als unlogisch, dass jemand All-In geht. Es ist auf jeden Fall Bauchsache, aber online bedeuten All-Ins (vor allem bei den kleineren Tischen 3-11 $) meistens, dass der Gegner eine schwache Hand hat.


4. Effektive Bluffs, die du spielen solltest:

- Flop Bet aus früher Position:
70 % deiner Starthände, wenn kein Paar, verfehlen den Flop. Das gilt aber auch für deine Gegner. Also, einfach mal den Flop setzen und schauen, ob jemand mithalten kann. Du kannst die Hand am Turn ja u.U. immer noch aufgeben.

- Back Alley Mugging:
Du spielst eine Karte an, die auch höchstwahrscheinlich niemand anderem helfen konnte.
Nehmen wir mal an du gehst am Button mit und nur der Small und BigBlind sind in der Hand. Kein Preflop-Raise. Der Flop wird von allen gecheckt, dann kommt am Turn das Ass. Zwei checks vor dir. Wenn du jetzt etwas setzt, dann ist es wahrscheinlich, dass deine Gegner folden, wenn sie das Ass nicht haben. Bei einem Call kannst du die Hand natürlich immer noch aufgeben, ansonsten ist es aber ein leichter Pott für dich, den du dir durch die Bet kaufen konntest.

- Check-Raise am Flop:
Wenn du denkst, dass der Spieler am Button eine Steal-Bet (Bluff in Position) macht, oder einfach nur das kleine Paar hält, dann kannst du bei den frühen Levels (Blinds 30/60) auch einfach mal einen Check-Raise am Flop ansetzen. Bei einem Call, den Turn setzen und wenn er dann noch dabei ist, dann kannst du entweder die letzte Kugel am River abfeuern oder eben die Hand aufgeben. Bei den späteren Levels (Blinds 100/200) würde ich mit solchen Aktionen aufpassen, da dein Gegner womöglich wegen dem sogenannten „Pot-Comittment“ in der Hand bleibt und mit seinem Top Pair bis zum River mitgeht, was gleichbedeutend dein Ende bedeuten würde !

- Preflop:
Wenn du dich entscheidest Preflop zu bluffen, dann würde ich die „Babies“ wählen. Sagen wir mal 86o, 94s oder 10/7o. Denn wenn du mit K3s einen Bluff startest und du triffst deinen König, dann kann das, wegen dem Kicker-Problem richtig problematisch werden. Also ich fühle mich bei solchen Preflop Bluffs sehr wohl ,da ich am Flop fast immer weiß, ob ich den Bluff weiterspiele oder nicht. Denn wenn Overcards hochkommen, haben Sie meinem Gegner höchstwahrscheinlich geholfen und ich würde in ein Monster laufen. Wie ihr seht hätte ich eben mit K3 dann genau das oben beschrieben Kicker-Problem. Wenn allerdings Babies auf dem Flop erscheinen, dann ist das ,denke ich, eine leichte Continuation Bet und in den Meisten Fällen auch ein schöner Pottgewinn !

- Raise gegen Info-Bet:
Wenn du den Eindruck hast jemand setzt wenig, weil er Info will und das keine richtige Stärke bedeutet, dann einfach mal einen minimum raise machen, ganz oft gehen die meisten Spieler dann noch mit und checken den Turn. Dann den halben Pott setzen und man hat sich den Pott leicht erspielen können.
Aber Achtung: wenn jemand wenig setzt, dann heißt das natürlich nicht immer, dass er schwach ist. Vielleicht wollte er ja nur einen Pott aufbauen ? Wenn er ein Re-Raise macht oder den Turn mitgeht, dann könnt ihr die Hand am River im Prinzip wieder aufgeben !
Phil Ivey erkennt die Schwäche seiner Gegner sehr gut und ist ein Meister im Ausspielen, weswegen er das Preflop All-In versucht zu vermeiden. Selbst mit QQ fühlt er sich bei einem Preflop-Allin unwohl. Er lässt sich auch sehr selten beim Bluffen erwischen und seine guten Hände führen meistens zu einem Showdown, sodass er am Tisch den entsprechenden Respekt erhält !

- Der Semi-Bluff:
Semi-Bluffs sind nicht die "reinen" Bluffs, da die eigene Hand meistens Potential hat. Viele Profis spielen deshalb ihre Draws sehr aggressive und repräsentieren damit Top-Pair. Der Check-Raise auf einem Draw ist ein sogenannter Semi-Bluff.
Der Gutshot Straight Draw ist auch eine beliebte Situation, in der manche einen Semi-Bluff als Move wählen.

- Post Oak BLuff:
Man gibt im Prinzip eine Value Bet vor, nachdem du am Turn richtig fett angespielt hast! Aber Achtung: Dein Gegner sollte schon mal eine Sucker Bet von dir gesehen haben ode er selbst sollte sich über Value Bets bewusst sein !

Nennenswert:
Ihr solltet beim Bluffen auf jeden Fall selbstsicher wirken und eine gute Körpersprache entwickeln: Das sogenannte Pokerface eben. Das ist auch der Grund warum die Profis jede Hand in der gleichen Pose spielen ! Oder meint ihr, die haben als immer so viel Chips, weil sie gute Karten und Glück haben ?!?!

Also, viel Spass beim Bluffen, aber lasst euch nicht erwischen ;) !

So denkt ein Profi

Hier mal ein Beispiel, wie ein Profi während einer Hand denkt . Mark Vos gibt in diesem Artikel seine Gedanken im Duell gegen Chris Ferguson wider:

„Ich war im Small Blind und mir wurde KJs ausgeteilt. Es wurde bis zu Chris gefoldet, der am Button mit 3.000 erhöht. Ich hab mich entschieden einen Re-Raise anzusetzen, um Ihn mit seinem kleinen Paar oder kleinen Ass zu vertreiben. Er überlegt eine kleines bisschen und geht dann mit.
An diesem Punkt schätze ich ihn auf eine sehr starke Hand ein. Es ist nämlich nicht wahrscheinlich, dass er seinen angeblichen Button-Steal-Raise, mit einer Medium-Starthand verteidigt. Dazu kommt noch, dass ich ein ziemlich tightes Table-Image habe. Er geht also mit, obwohl er weiss, dass ich nur die guten Karten spiele !

Der Flop kommt A-J-10.

Ich dachte, wenn er die Damen oder die Könige hat, dann wirft er sie bei dem Board evtl. weg. Und wenn er ein kleines Paar hat also Pocket 9 oder 8, dann wirft er die Hand erst recht weg. Also, setze ich 12.000. Er überlegt kurz und geht mit. Zu diesem Zeitpunkt ist meine Hand so gut wie nichts mehr wert. Ich hoffe nur noch auf die Dame, die mir die Strasse gibt oder eventuell auf den J Drilling.

Am Turn: J .
Diese Karte kann mir jetzt ziemlichen Ärger oder einen riesen Stack bringen. Ich habe den J Drilling mit dem bestmöglichen Kicker. Mir war ,trotz alldem, ein wenig unwohl zumute. Allerdings musste ich herausfinden, ob Ferguson wirklich ein Monster hat, denn AK oder AQ schlage ich ja in dieser Situation. Meine Bet 15.000 ! Bei einem 40.000 Pot, ist das bei Weitem nicht viel. Für mich allerdings eine Info Bet, denn Chris setzt auf jeden Fall, vor allem, wenn ich checke. Hat er eine Hand geht er mit oder er erhöht, deshalb ist diese Bet kein Fehler.
Er geht relativ schnell mit. Zu diesem Zeitpunkt weiss ich, dass ich geschlagen bin. Eventuell nur der König hätte mich gerettet.

Der River: 2.

Ich checke. Ferguson geht mit 20.000 All-in. Ich war mir ziemlich sicher, dass er das 10er oder das AA Full-House hatte und folde.
Später im Turnier sagte Chris zu mir, dass er AA gehabt hätte und mein Fold richtig gewesen wäre.“

Ich finde an diesem Beispiel kann man lernen, wie die Profis durch das Board und durch ihre Bets, die Stärke des Gegners herausfinden. Vor allem Preflop hat Mark herausgefunden, dass Jesus kein Steal Raise gemacht hat, sondern wirklich ein Monster hatte. Sein Preflop-Re-Raise war im Prinzip die Frage: „Hast du wirklich eine Hand, Chris, oder willst du nur meinen Small Blind ?“ Sein Call sagte ihm: „Ja, ich hab eine gute Hand!“

Der Laydown ist natürlich sehr beeindruckend, da der J-Drilling in der Situation schon verführend aussieht und der Pott auch anständig von beiden Spielern in die Höhe getrieben wurde. Allerdings gibt es immer noch sehr viele Hände, die den Drilling in Stücke reißen: Strasse, Full House usw. ! Also, wieder ein Beispiel für einen starken Laydown. Mark hat mit seinen Bets keinen groben Fehler gemacht und ist immerhin mit dieser Hand nicht aus dem Turnier ausgeschieden.

Dienstag, 10. Juli 2007

Playing Styles + Switching Gears


Es gibt beim Poker verschiedene Spielstile:

Es gibt zum Einen den „Tight“-Ansatz und zum Anderen den „Aggressive“-Ansatz.
Die älteren Poker-Profis bevorzugen den ersten Stil, wie z.B. Dan Harrington. Dadurch, dass sie wenige Hände spielen (also, nur die wirklich guten Starthände) bauen sie sich auch ein entsprechendes Table-Image auf. Mal ehrlich, wenn jemand 10 Hände foldet und dann bei der 11en einen dreifachen Blindraise macht, wer denkt da nicht: "Ok, jetzt hat er eine Hand !"

Der andere Ansatz ist der Aggressive Ansatz. Viele Junge Spieler haben sich so einen Stil angeeignet (Ivey,Negreanu,Hansen). Sie spielen Preflop fast alles (loose) und das auch in jeder Variation. Hansen erhöht zum Beispiel mit 10/8s auf den 3-fachen Blind. Diese Spieler sind natürlich sehr schwer zu lesen, müssen sich aber evtl. ständig mit Mediumhänden rumschlagen und ihre Gegner auch entsprechend ausspielen, was sehr schwer sein kann. Ausserdem werden solche Spieler öfters vor dem Flop gecallt, da sie ja auch ein entsprechendes Table-Image (loose) haben.

Wenn man sich nun diese zwei Stile vor Augen hält, dann kann man folgendermaßen agieren:Man schaltet einfach von „Tight“-Play auf „Aggressive-Play“ um, oder umgekehrt. Die Pokerliteratur nennt das „Switching Gears“. Du kannst dir zum Beispiel bei den frühen Levels ein tightes Table-Image aufbauen, indem du nur die guten Hände spielst. Wenn die Blinds langsam zu wachsen beginnen kannst du immer noch in den „aggressive-Style“ wechseln und deiner Kreativität freien Raum lassen. Als Big Stack musst du sehr vorsichtig sein, dass du nicht zu aggressiv wirst, denn verlierst du unter Umständen nur 1 All-In gegen den falschen Gegner, dann bist du wieder „back to normal“ !

Nennenswert:
- Leitsatz aus der Pokerliteratur in Bezug auf Turniere: „Early tight is right !“
- Mit jeder Hand die du foldest, kannst du deine Gegner beobachten und Info´s bekommen. Und das gratis !
- Der Spitzname von Dan Harrington ist ironischerweise: Action Dan.

Montag, 9. Juli 2007

Suited Connectors

Viele Spieler unterschätzen die sogenannten "Suited Connectors", also, sagen wir mal: 5/6-9/10 in einer gleichen Farbe.

Von Hundert ausgeteilten Händen gewinnt diese Hand ca. 40 mal gegen AK und verliert 60 mal. Also, das Verhältnis vor dem Flop ist nur ca. 60 % zu 40 % für AK. Also, fast ein "Münzwurf". Nicht schlecht finde ich !

Deshalb spiele ich die Connectors auch sehr gerne in Position entsprechend an. Also, 3-facher Big Blind Raise.
Hier eine Beispielhand, die ich heute so gespielt habe.

Ich bin Middle Position mit 78 in Karo und raise auf 180 (Blinds 30/60) Button callt nur mit AK.

Der Flop: J-9-6

Ich habe einen Open-Ended-Straight-Draw gefloppt, also die 5 oder 10 zur Strasse. Meine Entscheidung: Ich starte einen semi-Bluff und versuche den Pott am Flop zu gewinnen. Ich setze 360. Button Callt.

Turn: 5
Bingo. Ich habe meine Strasse. Meine Entscheidung: Check-Call. Ich checke, Button setzt 300. Ich calle.

River: J
Zu diesem Zeitpunkt habe ich meinen Gegner auf AJ eingeschätzt, deswegen hab ich am River "1/4 - Pott" gesetzt, also ca. 400. Er foldet, da er AK hatte.
Wenn er AJ gehabt hätte, dann hätte ich meine Hand so richtig schön ausbezahlt bekommen ! War aber trotzdem ein anständiger Pott;)

Die Suited Connectors haben halt in dreierlei Hinsicht Potential:

1. Wenn am Flop nur "Babies" (Zahlen) kommen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man mit seinen Connectors was trifft, bzw. etwas bauen kann:
2. Strasse oder
3. Flush

Also, versucht mal die Connectors so richtig schön aggressiv und mit Überzeugung anzuspielen ;)

Sonntag, 8. Juli 2007

Pot Size Manipulation

Ein interessanter Punkt beim Pokern ist die Größe des gespielten Pottes. Er ist auch die Grundlage für die jeweiligen Entscheidungen, die man treffen muss: Pot-Odds, heisst der Fachbegriff.
Damit ist das "Gewinn-Investitions-Verhältnis" gemeint. Beispiel: 2000 Pot. Jemand setzt 500. Man muss 500 investieren, um an den 2000 "Gewinn" zu kommen. Das Verhältnis ist also 4 zu 1 und damit relativ gut.

Der Kern dieses Artikels, bezieht sich jedoch auf die Beeinflussung der Größe des gespielten Pottes:
Nicht jedes Full House ist gleich ein Mega-Pott. Manchmal gibt es sogar einen 3000 Pott, bei dem die beste Hand, das Kleinste Paar ist !

Diese Grundregeln der "Pot Size Manipulatoin" solltet ihr beachten:

- Bei zweifelhaften Händen (Gutshots und kleines Paar), versuchen den Pott so klein wie möglich zu halten. (wenn ihr was trifft, dann durch minimum oder 1/2-Pott Info Bets machen)

- Bei euren starken Händen wollt ihr natürlich einen schönen Pott aufbauen.

Hier sind ein Paar Moves, die euch dabei helfen:

1.Check - Raise
Wenn ihr zum Beispiel ein Set (also, den Drilling mit pocket pair) oder 2 Pair floppt, dann habt ihr mit ziemlicher Sicherheit die GewinnerHand, wenn keine Flush oder Straßenmöglichkeit gegeben ist.In so einer Situation könnt ihr ein Check-Raise spielen.Dem Gegner also die Möglichkeit einer freien Karte geben, da eure Hand entsprechend stark ist und ihr euch es leisten könnt ihm eine Karte zu schenken. Wenn dein Gegner auch checkt, dann solltest du den Turn allerdings anspielen. Wenn dein GegnerTop Pair getroffen hat,dann setzt er auf jeden Fall oder er hat nichts und entscheidet sich den Pott zu kaufen. Wenn du dann ein Check-Raise machst, dann schaut er sich mit seinem Top Pair auch noch den Turn an. Du hast dein Ziel eines großen Pottes jetzt schon erreicht. Wenn du dann den Turn moderat angehst, wird er ziemlich sicher erneut mitgehen.Am River kannst du dann eine Sucker Bet machen (siehe unten).

2.Rope a Dope:
Wenn du ein Monster floppst, also sagen wir mal die Strasse,den Flush,den Vierling oder Drilling (siehe oben). Dann setzt du bis zum Turn Minimum bet und am River haust du dann rein, in der Hoffnung, dass dein Gegner mitgeht (4-5* Minimum Bet würd ich sagen). Der Rope a Dope Move ist auch ein beliebter Bluff. Aber nur wenn ihr euren Gegner auf einen Draw oder einfach schwach einschätzt.

3.Sucker Bet bzw. Value Bet:
Natürlich muss man sich im Poker immer die Frage stellen: "Wie bekomm ich am Meisten Chips von meinem Gegner?"
Ein beliebter Zug ist oft, die sogenannte Sucker Bet. Sagen wir mal der Pott ist bei 2000...du triffst am Ende dein Full House. Jetzt musst du dir natürlich Gedanken machen: Dein Ziel ist am Meisten Chips von deinem Gegenüber zu bekommen. "Wenn ich All-In gehe,geht er dann überhaupt mit ?"
Ich setze zum Beispiel ganz oft ein Viertel des gespielten Pottes oder noch weniger, also, sagen wir mal, 300. Diese kleine Bet verleitet deinen Gegner zu zwei Sachen:

a. Es ist ein automatischer Call, da die Odds so wunderbar gut sind.

b. Dein Gegner könnte das auch als Schwäche interpretieren und geht vielleicht mit seinem Drilling All-In. Online passiert das sehr oft, da man die Pottgröße ja direkt vor seinen Augen hat, wobei beim Livepoker der Pott nicht soo eindeutig erscheint.

Du siehst, du machst auf jeden Fall Chips !

Du musst allerdings aufpassen, dass du das nicht immer machst, sonst erkennt dein Gegner: "Achso, wenn er wenig setzt, dann hat er ein Monster und wenn er viel setzt, dann hat er nichts !" Da muss man natürlich schon aufpassen und sein Spiel kreativ gestalten ;)

Samstag, 7. Juli 2007

Heads-Up Basics

"Im Heads-Up ist die Höhe der Chip-Stapel fast so wichtig, wie die Karten, die du in der Hand hältst !"- Zitat Rounders

Im Heads-Up, also, wenn nur zwei spielen, ist meistens ein All-In spielentscheidend ! Deshalb ist das auch die wichigste Entscheidung, die du im Heads-Up treffen musst. Gehst du das All-In deines Gegners mit, oder, ist es wahrscheinlich, dass dein Gegner dein All-In mitgeht ?

Viele sagen Heads-Up hat viel mit Glück zu tun. Aber auch hier gilt: Man hat sein Schicksal selbst in der Hand.

Einige Heads-up Regeln:

1. Jedes Ass und Jeder K kann man vor dem Flop raisen, vor allem in Position. Out of Position würde ich mit nem kleinen Kicker jeweils nur checken.

2. Ein Fehler ist es dem Gegner den Blind zu schenken, also den sogenannten "Ground Skinner" zu spielen. Denn: Die Odds den Big Blind zu callen sind immer 3 zu 1. Und wenn ein Raise kommt, dann kann man ja immer noch entscheiden, ob man seine 94 wegwirft! Bei Minimum Raise hätte man dann auch wieder die Odds ;)

3. Kleine Paare auch aggressiv spielen.

4. Ein Monster, wie QQ oder AA evtl. vor dem Flop Slow anspielen, also Minimum Raise.

5. Wenn man am Flop etwas trifft, dann hat man ziemlich sicher die beste Hand. Auch mit dem kleinsten Paar. Mach aber bloß nicht den Fehler und gehe gleich All-In, sondern versuch durch eine Info-Bet herauszufinden, ob dein Gegner auch etwas hat. Wenn er dich raist, dann kannst du immer noch durch die Pot-Odds entscheiden,ob du mitgehst.

6. Wenn du Top-Pair, den Drilling, die Strasse oder den Flush floppst, dann kannst du im Prinzip eine Falle aufbauen und nur checken und deinen Move am Turn machen, so weiss dein Gegner nicht im Entferntesten, was du auf der Hand hast !

7. Wenn du vor einer zweifelhaften Entscheidung stehst, also quasi ein All-In callen musst, dann geh über die Odds: Wenn ihr gleichviel Chips habt, dann würde ich im Zweifel folden. Wenn dein Gegner allerdings Small Stack ist, dann kann man sich das schon überlegen.

Nennenswert:
Das schöne am Heads-Up ist, dass die nächste Hand sofort ausgeteilt wird, wenn man foldet !
Geduld ist immerhin einer der wichtigsten Faktoren beim Poker ;)

Freitag, 6. Juli 2007

Check-Raise auf einem Draw

Hi,
hier hab ich einen schönen und effektiven Move für euch. Den sogenannten Check-Raise.
Die Pokerliteratur empfiehlt diesen Move, wenn man am Flop zwei Paar oder den Drilling hat. Man soll auch um den dreifachen Einsatz erhöhen. Aber das kann man ja variieren, wie man will.

Hier aber noch ein Beispiel, welches ihr auch in euer Arsenal mit aufnehmen könnt:

Nehmen wir mal an ihr habt A6 in Karo und seid Big Blind. Der Spieler am Button erhöht auf den 3-fachen Blind. Du callst.

Flop: J-2-2....zwei Karo auf dem Flop.

Du checkst, dein Gegner setzt 3/4 vom Pott. Wenn du jetzt ein Check Raise machst, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Re-Raises nur dann gegeben, wenn dein Gegenüber AA-KK oder QQ hat. Hält er AJ oder gar AQ oder AK, dann ist er auf jeden Fall verunsichert und wird nur callen.
Wenn am Turn dein Karo kommt, dann hast du den Jackpot. Wenn allerdings kein Karo kommt, dann hast du zwei Optionen:

a. Du ziehst deinen Semi-Bluff weiter durch. Wenn er AK oder AQ hat, dann foldet er. Wenn er AJ hat geht er ziemlich sicher mit und wenn er AA-KK-QQ hat, dann geht er wegen der Flush Gefahr All-In. Dann kannst du immer noch folden !

b. Du checkst und hoffst, dass dein Gegner so verunsichert über seine Hand ist und dir einen freien River schenkt ! Wenn dann das Karo kommt hast du ihn.
Aber Achtung: Der Check am Turn kann für deinen Gegner auch ein Zeichen von Schwäche sein, das heisst, wenn das Karo am River dann nicht kommt, dann würd ich die Hand evtl. sogar aufgeben. So viel Chips hast du unter Umständen ja nicht verloren. Zeigt dein Gegner allerdings durch seine Körpersprache Schwäche, dann würd ich All-In gehen und ihn rausbluffen ;)

Wie ihr seht, kann man aus jeder Hand sehr viel Infos rausholen !
Bis dann !

Mittwoch, 4. Juli 2007

Beginner´s Mistakes !


Hey, hier mal eine kleine Auflistung, die man als blutiger Poker-Anfänger begeht:

Nr. 1 – Keine Geduld !
Als Anfänger sollte man nur gute Starthände wählen. Man wird schnell ungeduldig und spielt zu viele Hände. Da man als Anfänger eher wenig Erfahrung mit dem Postflop-Spiel hat, sollte man eben nur die Premium Hände spielen.
Beispiele: AK, AQ,AJ,KQ,QJ + und jedes Paar !
Ganz tricky und fies können die sogenannten kleinen Asse (A2-A9) sein. Trifft man sein Ass ist die Wahrscheinlichkeit groß,wenn jemand mitgeht, dass derjenige auch ein höheres Ass hält und man verliert viele Chips, da man eben mit solchen Situationen noch wenig Erfahrung hat. Das Kicker-Problem eben ;)

Nr. 2 – Überbewertung von gleichfarbigen (suited) Karten
Bekommt man z.B. Q5 in Herz ausgeteilt, dann ist der erste Gedanke doch immer: „Flush-Möglichkeit !...ich geh auf jeden Fall mit !“. Nun,die Wahrscheinlichkeit einen Flush zu floppen liegt vielleicht bei 100 zu 1. Und wenn man einen Flush-Draw hat, dann kann man eben auch jede Menge an Chips verlieren, da einem als Anfänger eben Odds und Outs nichts sagen.

Nr.3 – Gefühle
Verliert man eine Hand durch echt dummes Pech, tendiert man doch oft innerlich zu kochen.
Hat man seine Gefühle beim Pokern nicht unter Kontrolle, dann führt das zu dem sogenannten TILT Phänomen. Man trifft irrationale Entscheidungen, die man normalerweise nicht treffen würde. Wenn man z.B. mit AA gegen JJ verliert, weil der Gegner den J getroffen hat, dann gehen die Meisten mit der nächsten Medium Hand wie KJ ALL-In, weil sie sich eben immer noch über die letzte Hand aufregen…..meistens ist das dann der Genickbruch ! Ein guter Spieler gönnt sich nach so einer Erfahrung eine Pause und foldet die nächste Hand ;) ! Sehr schwer, aber diszipliniert !

Nr.4 – Die Hand des Gegners nicht berücksichtigen
Als Poker-Rookie konzentriert man sich zunächst nur auf seine eigenen Karten. Eine wunderbare Sache beim Texas Holdem Poker ist, dass man relativ gut seinen Gegner auf Grund der Gemeinschaftskarten einschätzen kann. Jede Bet sagt etwas aus und jede weitere Karte auf dem Board ebenso ! Manche Profis haben einen extrem guten Riecher (Daniel Negreanu z.B.) und wissen genau wann sie eine Hand oder einen Bluff aufgeben müssen.
Also: „Look at the Board and judge your opponent !“

Nr.5 – Position
Die Meisten Anfänger wissen nicht, dass Position beim Poker sehr wichtig sein kann. Es gibt die frühe, mittlere und späte Position am Tisch. Früh sind Small Blind und Big Blind, die mittlere Position sind die zwei nach dem Big Blind und dann kommt der Cutoff Seat und der Dealer Button. Der Dealer Button ist eine der besten Positionen, da man als letzter dran ist und somit am Meisten Info bekommt. Diese Position ist auch beliebt um zu bluffen !
Für Profis wie Gus Hansen spielt Position gar keine Rolle. Ein Profi setzt fast jeden Flop und entscheidet erst am Turn seinen nächsten Move ! Begründung: 70 % deiner Starthände, wenn kein Paar, verfehlen den Flop komplett !!

Nr.6 – Keine Disziplin
Als Anfänger ist es sehr schwer eine Monster Hand loszulassen. Sagen wir mal, man hat KK und am Turn kommt das fürchterliche Ass !! In dieser Situatoin ist es sehr schwer die Könige (Cowboys) loszulassen !
Oder man hat AA und auf dem Board liegen vier Kreuz, man selbst hat aber kein Kreuz-Ass, welcher Rookie wirft da zwei Asse weg ?!?!

Nennenswert:
Phil Ivey (Bild oben) hat schon mit 17, allerdings mit einem gefälschten Ausweis, im Casino in Atlantic City gezockt. Am Anfang seiner Karriere war er auch mal so richtig pleite ! Ist doch irgendwie beruhigend ,zu wissen, dass auch er mal klein angefangen hat ;)