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Freitag, 20. Juli 2007

Got Tilted ?!


Dieser Beitrag soll beleuchten, wie man am Besten mit dem sogenannten Tiltphänomen umgeht. Tilt, zu deutsch in etwa „durchdrehen“, beschreibt die Situation, in der man nicht mehr der Herr über seine Emotionen ist. Man trifft sehr schlechte Entscheidungen und neigt deshalb dazu, all seine Chips zu verlieren.

Wie vermeide ich jetzt Tilt ?
Die Antwort ist recht simpel: Gönne dir eine Pause !

Das kann aber sehr, sehr schwer sein ! Stell dir doch mal vor du spielst ein 11 $ S´n`G. Drei Leute sind noch am Tisch du bist middle Stack und bekommst zwei Asse. Du erhöhst auf den 4- fachen Blind, dann geht dein Gegenüber (Big Stack) mit AK s All-in und bekommt sein Flush. Du scheidest als Dritter aus, obwohl du perfekt gespielt hast. Innerlich brodelt es in dir, weil du mit der bestmöglichen Starthand und einer Gewinnwahrscheinlichkeit von etwa 90 % zu 10 %, verloren hast. Wenn du jetzt direkt weiterspielst, dann kann es sein, dass du deine Gefühle an den anderen Tisch mitnimmst und du schlechte bis idiotische Entscheidungen triffst !

Emotionen sind eben menschlich und selbst ein Profi wird mit dem Tilt-Phänomen konfrontiert ! Aber der Profi verfügt eben über die nötige Erfahrung und macht das einzig Richtige und gönnt sich eine Pause.

In dieser Pause solltest du Poker total ausblenden und dich mit etwas Anderem beschäftigen: Treibe Sport, mach dir was Feines zum Essen oder gönn dir einfach eine Folge deiner Lieblingsserie (Simpson, Hör mal wer da hämmert ? o.ä.).

Aber wie lange dauert die optimale „Tilt-Vermeidungs-Pause“ ?
Die Antwort: Gefühlssache.

Wenn wir "on Tilt" sind, dann nervt uns Poker ziemlich an ! Wenn du also nach deiner Pause das Gefühl hast, wieder positiv an Poker rangehen zu können, dann bist du im Prinzip aus der „Tilt-Zone“ draussen und kannst wieder dein A-Game spielen.
Manchmal reicht es sogar, wenn man einfach die nächsten zwei Hände foldet und sich somit aus dem Spiel rausnimmt.


Zusammenfassend:
Tilt ist, wie ihr seht, ein sehr bedeutender Faktor beim Poker. Deshalb ist es sehr wichtig früh genug zu merken, wenn man Gefahr läuft, in diesen schlechten Gemütszustand reinzurutschen. Aber selbst wenn wir es genau wissen, dass wir im Moment richtig derb tilten, hören die wenigsten von uns auf zu pokern, sondern versuchen ihre Bad Beats wieder durch Gewinne reinzuholen. Wenn du aber diszipliniert bist und dir eine schöpferische Pause gönnst, dann wirst du deine Effizienz steigern und weniger verlieren bzw. zu einem späteren Zeitpunkt wieder gewinnen !

Setz dir auch ein Negativ-Limit: Wenn du zum Beispiel 3 oder 4 Turniere hintereinander nicht „in da Money“ bist, dann ist das ein Indiz dafür, dass du erstens nicht dein bestes Poker spielst und zweitens evtl. on tilt bist !

Es gehört auf jeden Fall ein gehöriges Maß an Disziplin dazu !

MyWorld:
Ich habe jetzt vor , bei jeder Online-Session, die ich spiele, mir ein Blatt mit der Aufschrift „Got tilted ?!“ neben den Lap zu legen und werde es auf den Lap legen und eine Zwangspause einlegen, wenn ich merke, dass ich mit „Trash-Talk“ im Chat beginne oder anfange mich laut zu kritisieren, weil ich eine Hand schlecht gespielt habe.
Dann versuche ich die nächsten 3 Hände nicht zu spielen. Wenn ich dann immer noch merke ,dass ich noch „erhitzt“ bin, dann spiel ich die Session zwar zu Ende, werde aber dann eine „Tilt-Vermeidungs-Pause“ einlegen und Basketball spielen gehen :) !


Also, achtet mal bewusst darauf, ob ihr „on Tilt“ seid ! Wenn ja, dann macht doch ne konstruktive Pause ;)

Donnerstag, 19. Juli 2007

The A-Game


"Play your A-Game !"

Dieser Satz bedeutet, dass man versuchen sollte sein bestes Poker zu spielen. Sich an seine Strategy und vor allem an die Prinzipien, die man sich angeeignet hat, zu halten.

Deshalb solltest du folgende Punkte beachten.

Spiel nicht, wenn:

1. du müde bist ! Du wirst nicht die richtigen Entscheidungen treffen und evtl. mit 99 ein All-In callen oder einfach einen blöden Fehler machen.

2. du hungrig bist ! Nicht nur dein Magen wird sich unwohl fühlen, sondern eben auch deine Zentrale ;)

3. du on tilt bist ! Bekommst du innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von Bad Beats, solltest du dir eine Pause gönnen, denn deine Emotionen werden mit dir durchgehen.

4. du merkst, du nimmst das Spiel nicht ernst ! Wenn du merkst du langweilst dich oder du spielst nur Poker, weil du gelangweilt bist, dann fehlt dir auch der nötige Ernst.
Oder du aus irgendeinem anderen Grund merkst, dass du nicht mit dem nötigen Ernst dabei bist (z.B.: zu viel Alkohol )


5. du meinst, Verluste wieder reinzuholen.
Dein einziger Gedanke ist dann nur noch das Geld zurückzuverdienen und du triffst auch in dieser Situation hektische Entscheidungen, weil dir die Zeit wegzulaufen scheint !


Poker kann ein Spiel voller schwerer Entscheidungen sein. Deshalb solltest du immer in deinem besten Gemütszustand spielen !

Montag, 9. Juli 2007

Poker und Ego


Poker ist ein Spiel bei dem das Ego (unterbewusst) eine bedeutende Rolle spielt. Jeder will doch gewinnen ? Und wer fühlt sich denn nach einer gelungenen Runde, sprich nach einem Sieg, nicht wie ein wahrer Sieger ?

Poker ist ganz klar ein Einzelsport. Natürlich gibt es auch Teampokerveranstaltungen, aber im Großen und Ganzen spielt man das Spiel alleine. Natürlich will man auch jedem beweisen, dass man der bessere Spieler ist. Manchmal macht uns dabei dieser Gedanke, also unser Ego, einen Strich durch die Rechnung.

Hier ein kleines Beispiel/MyWorld:
Vor ca. drei Wochen habe ich ein regionales Turnier in Altenheim gespielt. Ich ging als Chip Leader an meinen Tisch im Finale und hatte folgendes Problem: Es war ein Spieler am Tisch, der sich ständig selbst damit gerühmt hat, wie gut er doch sei und dass er in Freiburg schon Erster wurde usw. Da hab ich folgenden Fehler gemacht: Ich hab es im Prinzip zu meiner Mission gemacht Ihn vom Tisch zu nehmen. Meine Mission war nicht mehr das Turnier zu gewinnen, sondern unterbewusst, wollte ich es dem Kerl einfach zeigen.

Dann wurden mir 77 ausgeteilt. Der Typ erhöht schon zum Dritten mal in Folge vor dem Flop und ich gehe im Small Blind mit. Der Flop : 9-10-6.....Ohne lange zu überlegen und weil ich dachte, dass er eben nur zwei Overcards hat, bin ich All-In. Er callt sofort mit seinen QQ und ich bin vom Tisch, da ich in der Runde zuvor, meinen Bluff nicht durchgezogen habe.

Mein Problem war, dass ich es einfach erzwingen wollte,die nötigen Karten aber nicht hatte. Ausserdem wurde ich persönlich und habe mich durch sein Gerede einfach negativ beeinflussen lassen. Ich denke, dass das auch sein Ziel war. Einfach provozieren und auf Fehler der anderen hoffen.

Mein Tipp :
Versucht euch zu 100 % auf euer Spiel zu konzentrieren. Lasst die Schwätzer schwätzen und werdet nicht persönlich. Online ist das einfach, da kann man den Chat ausmachen, aber live müsst ihr einfach weghören, oder ihr setzt einfach euren Mp3-Player ein ;)

Mittwoch, 4. Juli 2007

Körpersprache beim Poker


Körpersprache

In fast jeder Sportart spielt die Körpersprache (Mimik ,Gestik ,Körperhaltung) eine wichtige Rolle. Wirft man im Tennis ,beispielsweise nach einem unnötigen Fehler, den Schläger in die Ecke, dann zeigt man dadurch Schwäche und gibt dem Gegner eher noch Auftrieb. Oder wenn ein Radfahrer seinen Mitstreiter überholt und dabei ein siegessicheres Gesicht macht, dann ist es für den Überholten letztlich doppelt so schwer wieder an ihn ranzukommen, denn sein Kontrahent hat ja Stärke demonstriert und er selbst ist in dieser Situation selbst am kämpfen !

Beim Poker ist das kein bisschen anders ! Die oben beschriebenen Situationen nennt man beim Pokern: Tells. Kratzt sich jemand z.B. am Hals oder gibt sich jemand nervös, dann ist das meistens ein Zeichen von Schwäche. Wirkt jemand dagegen selbstsicher und kann es kaum erwarten, dass jemand seinen Einsatz mitgeht, erkennt man das eben auch vor allem an seiner Körperhaltung.

Eine beliebte Methode, um die Stärke seines Gegners herauszufinden ist der berühmte Satz: “Wieviel Chips hast du denn noch ?!“ Reagiert der Betroffene überrascht oder beginnt er krampfhaft seine Chips zu zählen, dann ist das oft ein Zeichen von Schwäche !

Wenn euch jemand also nach der Größe eures Chip-Stacks frägt, dann lasst generell jemand anderes für euch zählen ,oder, wenn ihr ein Monster habt, könnt ihr auch, durch den sogenannten „Reverse Tell“, euren Gegner locken, indem ihr so richtig nervös eure Chips zählt und ein bisschen schauspielerisch aktiv werdet !

Mit seinem Gegner reden ist auch oft ein Mittel, um Info´s zu erhalten. Daniel Negreanu (Profi aus Kanada) hat mal, bevor eine Pokerrunde begonnen hat, seinen Mitspieler gefragt, ob ihm sein Milchshake denn schmeckt, er antwortete mit einem recht heiteren „Gut!“. Später im Turnier, bei einer zweifelhaften Hand, hat Daniel ihm dann die selbe Frage gestellt: „Wie gefällt dir deine Hand ?“ Er entgegnete mit einem weniger heiteren „Gut!“ und Daniel callt und nimmt ihn vom Tisch. Am Besten redet ihr überhaupt nicht, auch wenn ihr ein Monster habt !!

Nennenswert:
Die Meisten Profis spielen jede Hand mit der selben Körperhaltung. Vom Vierling bis zum größten Bluff ! Paradebeispiele hierfür sind Phil Ivey und Chris „Jesus“ Ferguson (Bild oben)!